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Haushaltsbuch führen

Das Haushaltsbuch – die Kunst mit dem Familienbudget auszukommen

Ist es für dich auch eine angsterregende Aufgabe dich mit deinen Finanzen auseinander zusetzen?
Für mich war es damals so, bis ich von einem Millionär den Tipp bekommen habe: Wenn du finanziell gesund sein möchtest musst du täglich über dein Geld bescheid wissen.

Ich beschloss ein Haushaltsbuch zu führen, damit ich täglich Kontrolle über mein Geld habe. Schnell merkte ich, dass die richtige Aufteilung darüber entscheidet, ob am Ende des Geldes noch Monat übrig ist.

Keine Zeit für ein Haushaltsbuch?

Das habe ich früher auch geglaubt.

Mit einem täglichen Zeitaufwand von 4-6 Minuten bekommst du deine Finanzen in den Griff.

Drei wichtige Aufgaben hat ein Haushaltsbuch:

  1. Der IST Zustand, deine derzeitige finanzielle Situation
  2. Die Planung, wo fließt dein Geld hin
  3. Die Kontrolle, habe ich das Familienbudget richtig eingeteilt

Schaue deiner derzeitigen Situation in die Augen

Wie viel Geld besitzt du? Kannst du auf Anhieb sagen, wie viel Geld du derzeit hast?

Nein?

O. K., dann setze dir jetzt einen Termin in deinem Kalender, denn für diese Aufgabe solltest du dir Zeit nehmen. (4 bis 8 Stunden)

Damit du überhaupt erfolgreich ein Haushaltsbuch führen kannst, musst du wissen, wie es um dein Geld steht. Wie viel Geld oder wie viel Schulden hast du zurzeit?

Mache 3 Listen auf einen A4 Notizblock:

1. Vermögensliste:

Bargeld, Girokonten, Sparbücher, Tagesgeldkonten, Wertpapiere, Aktion, Fonds, Bausparverträge usw.

2. Schuldenliste:

Kredite, Ratenkredite, Kontoüberziehung, Darlehen, Geld ausgeborgt usw.

Schreibe jetzt deine Zahlen auf beide Listen und rechne alle Beträge des Vermögens und alle Beträge deiner Schulden zusammen. Ziehe jetzt den Gesamtbetrag deiner Schulden von deinem Vermögen ab, dann erhältst du deinen derzeitigen Besitz.

Vermögensliste – Schuldenliste = derzeitiger Besitz

Wenn du Schulden hast, schreibe diesen Betrag auf ein Post-it und klebe diesen Zettel an eine Stelle, wo du den Betrag täglich siehst! Damit du deine Schulden wieder los wirst, musst du wissen, was du wem schuldest.

Immer, wenn du etwas zurückzahlst, verkleinert sich der Betrag deiner Schulden.

3. Einnahmenliste:

Gehalt netto (Lohn), Gehalt Partner, Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe, Alimente, Nebenverdienst, Zinsen, Stipendien, Pflegegeld usw.

Die dritte Liste kannst du auch gleich in dein Haushaltsbuch schreiben.

Deine Fixausgaben

Kennst du deine Fixausgaben?

Fixausgaben sind alle regelmäßigen Zahlungen (monatlich, vierteljährlich usw.), die du kaum beeinflussen kannst. Z. B. Miete, Betriebskosten, Strom-, Gas-, und Wasserkosten, Heizung usw.

Am besten nimmst du deine Kontoauszüge der letzten 12 Monate zur Hand und schaust, welche Fixkosten bei dir anfallen.

Notiere auf einen A4 Zettel oder in deinem Haushaltsbuch alle Fixausgaben. Schreibe zu den Fixkosten auch dazu, wie oft diese im Jahr fällig sind. (monatlich, alle 2 Monate, vierteljährlich usw.)

Fixausgaben können sein:

Miete, Betriebskosten, Stromkosten, Wasserkosten, Gaskosten, Fernwärme, Versicherungen, GIS, Telefon- und Internetgrundgebühr, Taschengeld, Sparen, Zeitungsabos, Kindergarten, Kinderkrippe, Fahrtkosten (Zug, Bus), usw.

Fixausgaben, die nur 1 Mal im Jahr anfallen, solltest du durch 12 teilen und monatlich weglegen (halbjährlich durch 6 teilen usw.).

Spartipp: Überprüfe auf deinen Kontoauszügen, welche Abos, Mitgliedschaften oder Sonstiges du jährlich bezahlst, aber gar nicht mehr nützt. Wenn du diese Dinge nicht mehr brauchst, solltest du sie kündigen, so kannst du Fixausgaben sofort einsparen.

Wenn du deine Fixkosten zusammengerechnet hast, ermittle deinen verfügbaren Betrag im Monat:

Einnahmen im Monat – Fixausgaben im Monat = verfügbarer Betrag im Monat

Deine variablen Kosten

Im Haushaltbuch geht es hauptsächlich um deine variablen Kosten (Ausgaben), da du hier die größten Möglichkeiten zum Sparen hast. Vor allem bekommst du einen Überblick darüber, wo dein Geld im Monat bleibt.

Zu den variablen Kosten gehören:

Lebensmittel, Essen gehen, Kaffee trinken, Kleidung, Windeln, Kino, Medikamente, Spielzeug, Geschenke, Zeitungen, Zigaretten, Wein, Kino, Hobbys, usw.

Am Besten ist es, wenn du dir ab heute bei jedem Einkauf eine Rechnung geben lässt. Wenn du keine Quittung bekommst, solltest du dir zumindest diese Ausgabe sofort in deinen Kalender notieren.

Wenn du es gleich aufschreibst, kannst du es bis zum Abend auch nicht vergessen.

Wichtig für den Erfolg deines Haushaltsbuches ist es, dass sich alle Familienmitglieder daran beteiligen und auch immer alle Quittungen sammeln. (vorausgesetzt deine Kinder sind schon alt genug dafür)

Noch 2 Vorteile, wenn du eine Rechnung verlangst:

  1. Du kannst genau überprüfen, ob die Rechnung stimmt. Gerade im Supermarkt passiert es immer wieder das Aktionspreise nicht abgezogen werden.
  2. Du brauchst Rechnungen für den Umtausch, oder im Falle der Gewährleistung (plus Garantie)

Abends benötigst du dann täglich 4-6 Minuten alle Rechnungen in dein Haushaltsbuch zu schreiben. Notiere wirklich alle deine Ausgaben in dein Haushaltsbuch, denn nur so bekommst du einen Überblick.

Alle Rechnungen, die du nicht mehr brauchst, (z. B. Lebensmittel) kannst du wegwerfen. Rechnungen, bei denen du eventuell eine Gewährleistung in Anspruch nehmen musst, kannst du in einem Rechnungsringordner ablegen.

Das hat den Vorteil, dass deine Quittungen nicht verloren gehen können und es erspart dir stundenlanges suchen alter Rechnungen.

Das Familienbudget

Wie erstellt man ein Familienbudget?

Mit folgender einfachen Formel kannst du dir dein Familienbudget ausrechnen.

monatlichen Einnahmen  monatlichen Fixkosten = monatlich verfügbares Familienbudget

Dieses verfügbare Budget kannst du dann mit deiner Familie im Monat „managen“. Die richtige und faire Aufteilung dieser Summe entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Im schlimmsten Fall führt es sogar bis zum Familienstreit.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass sich alle Familienmitglieder an der Budgetplanung beteiligen.

Wie kannst du das Budget aufteilen?

Wenn du das Haushaltsbuch eine Weile führst (2 bis 3 Monate), wirst du erkennen wo dein Geld überall hingeht und wer was ausgibt.

Am Besten ist es, wenn du das Budget nach deinem persönlichen Bedarf in verschiedene Ausgabekategorien einteilst:

  • Ernährung (Essen gehen, Lebensmittel, Getränke, Naschereien)
  • Kleidung (Schuhe, Reinigung, Kleider, Hosen)
  • Auto/Verkehrsmittel (Treibstoff, Reparatur, Autowäsche, Zugticket, Busfahrschein)
  • Freizeit/Hobby (Kinokarten, Bücher, Eintrittskarten, Geschenke, Sauna)
  • Kinder (Windeln, Spielzeug, Schulsachen)
  • Sonstiges (Medikamente, Haustiere, Haushaltsartikel, Garten)
  • usw.

Jetzt teilst du dein verfügbares Budget auf deine Ausgabekategorien auf.
Hier ein Beispiel mit 770.- Euro Familienbudget:

  • Ernährung 300.- Euro
  • Kleidung 100.- Euro
  • Auto 150.- Euro
  • Freizeit 50,- Euro
  • Kinder 100.- Euro
  • Sonstiges 70.- Euro

In den ersten 3 Monaten wird die Aufteilung noch nicht ganz funktionieren und regelmäßig nach oben oder unten, und von einer Ausgabekategorie zur anderen reguliert werden.

Mit der Zeit kannst du aus deinen Haushaltsbuchaufzeichnungen die Konsumgewohnheiten deiner Familie erkennen und dann gemeinsam über Verhaltensänderungen nachdenken.